Heute geht’s um eine besonders nervige Form der virtuellen Übergriffigkeit: das ungefragte Herbeiteleportieren.
Du bist gerade tief in einem Bauprojekt, mitten in einem romantischen Gespräch oder einfach nur AFK mit Würde – und ZACK! wirst du in eine Party gebeamt, die aussieht wie ein explodierter LED-Laden mit Bass.
Oder wie Knigge es heute sagen würde:
„Wer andere ohne Zustimmung versetzt, versetzt auch den guten Ton.“
Regel Nr. 5: Ein Teleport ist keine Einladung – es ist ein digitaler Schleudersitz.
Und nein, man will nicht plötzlich zwischen tanzenden Avataren stehen, während man noch versuche, die Mesh-Haar zu fixieren.
Teleportieren ohne Vorwarnung ist wie jemandem im echten Leben eine Augenbinde aufzusetzen und ihn in eine Karaoke-Bar zu schleppen – nur mit mehr Partikeleffekten und weniger Menschenrechte.
Fiktives Beispiel:
„BuilderBiene“ sitzt in ihrer Skybox, hochkonzentriert, baut an einem filigranen Elfenwald mit 300 Prim-Blumen und einem animierten Schmetterlingssystem.
Plötzlich: ZAP! – Teleport ohne gefragt zu werden und sie steht ausversehen mitten auf einer Tanzfläche, umgeben von Avataren in Neon-Outfits, einem DJ mit Drachenflügeln und einem Chat voller „Wooohooo!!!“
„PartyPanther77“ ruft:
„Yay, du bist da! Ich hab dich einfach mal hergeholt – du musst das sehen!“
BuilderBiene sagt nichts.
Sie teleportiert sich zurück.
Und blockiert PartyPanther77.
Der Elfenwald bleibt unvollendet. Die Freundschaft auch.
Knigge-Analyse:
- Fragen kostet nichts.
Ein kurzes „Hey, magst du zur Party kommen?“ ist nicht nur höflich – es verhindert auch spontane Fluchtreaktionen. - Nicht jeder ist in Partylaune.
Manche bauen, chillen, daten oder sind einfach nur in einem Zustand namens „Ich will gerade nicht“. - Teleportieren ist kein Machtinstrument.
Nur weil du die Funktion hast, heißt das nicht, dass du sie benutzen solltest wie ein digitaler Entführer mit Glitzer-Ambitionen. - Respekt ist auch virtuell Pflicht.
Wer andere ohne Zustimmung versetzt, zeigt, dass er mehr an Anwesenheit als an Persönlichkeit interessiert ist.
Fazit:
Ungefragtes Herbeiteleportieren ist die Second-Life-Version von „Ich hab dich einfach mal mitgebracht“ – nur ohne Kontext, ohne Absprache und meistens ohne Erfolg.
Knigge hätte vermutlich nie jemanden teleportiert, aber er hätte sicher gesagt:
„Wer einlädt, fragt. Wer versetzt, verliert.“
Zum Wochenende:
Also, liebe Avatare: Wenn ihr feiern wollt, feiert mit Stil – und mit Zustimmung.
Lasst eure Pixel tanzen, aber nicht auf fremden Zeitplänen.
Schönes Wochenende, ihr teleportierenden Taktfühlchen!
Und denkt dran: Wer höflich fragt, bekommt Gäste. Wer einfach zieht, bekommt ein „Zurück & Blockiert“.

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